„Das Team macht es mir ganz einfach“

Neu-Gladiator Stefan Ilzhöfer trainiert nun seit drei Wochen mit seiner neuen Mannschaft, den RÖMERSTROM Gladiators Trier. Zuvor war der 23-jährige zusammen mit der A2-Nationalmannschaft bei der Universiade in Taipeh unterwegs. Wir sprachen mit dem deutschen Talent über diese Erfahrung. 

Stefan, du bist vor drei Wochen von der Universiade mit der A2-Nationalmannschaft zurückgekommen. Ihr hattet euch die Medaillen-Verteidigung vorgenommen, heraus gekommen ist der 5. Platz. Wie fällt dein sportliches Fazit aus?

Wir wollten auf jeden Fall mit einer Medaille zurückkommen. Wir sind also schon unter unseren Erwartungen geblieben. Wir haben eigentlich alle Vorrundenspiele ganz solide gespielt und sind ohne Niederlage weiter gekommen. In der KO-Phase gegen Lettland waren wir dann nicht von Anfang an da und hatten zu viele Phasen in denen wir zu unkonzentriert waren. Das wird in der KO-Runde sofort bestraft. Fünfter zu werden, wenn man nur eins von acht Spielen verloren hat, ist natürlich super bitter. Aber ich habe viele sportliche und menschliche Eindrücke mitgenommen, auch wenn ich natürlich lieber mit einer Medaille nach Trier zurückgekommen wäre.

Trotz des 5. Platzes kann man der Mannschaft aber attestieren, dass ihr vor allem in der Gruppenphase nicht schlecht gespielt habt. Ihr habt guten Basketball gezeigt und es wirkte so, als würde es intern passen. Wächst da etwas heran?

Auf jeden Fall. Die zwei Monate mit den Jungs haben super Spaß gemacht. Jeder ist für den anderen eingesprungen. Wir sind in der kurzen Zeit zu einer Einheit geworden, was nicht immer selbstverständlich ist. Es ist nur eben schade, dass wir es in diesem einen Spiel nicht abrufen konnten. Aber es war insgesamt eine super Erfahrung.

Du hast eben gesagt, dass du sowohl sportliche, als auch menschliche Eindrücke mitgenommen hast. Wie hast du die Universiade erlebt? Erzähl uns ein bisschen von deinen Erfahrungen in Taipeh.

Es heißt ja, dass die Universiade das zweitgrößte Sportereignis der Welt ist. Es waren insgesamt 12.500 Athletinnen und Athleten vor Ort. Wir hatten ein eigenes „Olympisches Dorf“, sozusagen. Alle haben dort gewohnt. Man läuft den ganzen Tag Sportlerinnen und Sportlern aus über 150 Nationen über den Weg. Zum Beispiel in der Mensa, in der 5.000 Menschen Platz hatten. Das ist Wahnsinn. Und ich glaube, die Eröffnungsfeier werde ich niemals vergessen. Das war vermutlich der größte Gänsehaut-Moment in meiner Karriere, bis jetzt. Ich hatte eigentlich nicht erwartet, dass es so ein Moment wird. Aber es war einfach überwältigend, wie herzlich die Taiwanesen uns empfangen haben. Die Stimmung dort war absolut positiv und eine Erfahrung wert.

Was, würdest du sagen, hat dir das Turnier sportlich gebracht? Was konntest du für dich mit nach Trier nehmen?

Es ist ein großer Vorteil, dass ich schon im Spielrhythmus bin. Wir hatten sehr viele Spiele in kurzer Zeit. Auch in der Vorbereitung auf die Universiade haben wir gegen sehr hochklassige Mannschaften wie Kroatien gespielt. Das Training war ebenfalls auf einem hohen Niveau. Spielerisch bin ich, glaube ich, bereit für die kommende Saison. Grade, was die Gewöhnung an die Belastung anbelangt.

Haben sich deine persönlichen Ziele nach der Teilnahme an diesem großen Turnier und unter den Eindrücken, die du dort erlebt hast, geändert?

Ich würde schon gerne in zwei Jahren nochmal bei der Universiade teilnehmen und versuchen die Medaillen-Plätze anzugreifen. Denn es war die Erfahrung absolut wert und ich würde mich freuen, nochmal dabei sein zu können. Grade weil wir das sportliche Ziel diesmal verpasst haben. Meine persönlichen Ziele haben sich aber grundsätzlich nicht verändert. Es war ein tolles Erlebnis, aber meine ganze Konzentration gilt jetzt den RÖMERSTROM Gladiators Trier und der kommenden ProA-Saison, auf die ich mich sehr freue.

Wie schwer fällt es dir denn jetzt nach so einer Erfahrung in den Liga-Alltag zurückzukehren? Wie leicht macht es dir unser Team dich zu integrieren?

Das Team macht es mir ganz einfach. Grade die, die schon länger hier sind, wie Simon oder Kevin, helfen mir mich sportlich schnell an die Systeme und Plays zu gewöhnen. Ich glaube es wird nicht Monate, sondern vielleicht wenige Wochen dauern, bis ich da richtig drin bin.

Wir freuen uns, dass du wieder da bist und gratulieren dir zum 5. Platz und einer tollen Erfahrung! Vielen Dank für das Gespräch, Stefan.

 

Foto: Simon Engelbert / Photogroove