“Ich freue mich extrem auf das Spiel” – Doppelinterview mit Sebastian Herrera und Marian Dahlem vor dem Test gegen Leverkusen

In der vergangenen Saison waren sie wie Pech und Schwefel, teilten sich eine WG und standen gemeinsam für die RÖMERSTROM Gladiators Trier auf dem Parkett – Sebastian Herrera und Marian Dahlem. Vor dem Testspiel am morgigen Dienstag trafen wir die beiden zum Doppelinterview.

Das chilenische Talent und der ehemalige Trierer “Verteidigungsminister” sind unzertrennlich. Nach der vergangenen Spielzeit zog es Marian Dahlem jedoch aufgrund eines Sportstudiums nach Köln – und zu den Bayer Giants aus Leverkusen. Morgen stehen sich er und sein bester Freund, Sebastian Herrera, erstmals auf dem Parkett gegenüber. Wer das Spiel gewinnen wird, steht für beide bereits fest.

Gladiators: Hallo Seba, hallo Marian. In der letzten Saison wart Ihr beiden unzertrennlich, habt viel gemeinsam unternommen. Wie sehr schmerzte die Trennung vor ein paar Wochen als feststand, dass Marian nach Köln gehen würde?

Sebastian Herrera: Es war natürlich sehr schade, dass er gegangen ist. Vor allem, weil wir durch die gemeinsame Wohnung viel Zeit miteinander verbracht haben. Aber Köln ist nicht sehr weit weg, deswegen haben wir uns in der letzten Zeit des Öfteren am Wochenende getroffen. Von daher ist es nicht ganz so schlimm.

Marian Dahlem: Natürlich schmerzt die Trennung sehr. Es war einfach eine überragende Zeit mit Seba (Sebastian Herrera, d.Red.)! Dass wir uns jetzt nicht mehr täglich sehen, ändert aber nichts an unserer Freundschaft.

G: Ihr besucht euch immer wieder gegenseitig. Wie sieht ein gemeinsamer Tag von Seba und Marian aus?

MD: Das entscheiden wir immer sehr spontan. Mal gehen wir Billardspielen, mal ins Schwimmbad, mal zum Fußball. Da ist wirklich alles dabei. Eine Runde FIFA spielen wir aber immer.

G: Wie hat sich diese enge Freundschaft entwickelt? Gab es ein bestimmtes Erlebnis, das euch beide verbindet?

SH: Wir haben uns 2014 in der Regionalliga-Mannschaft kennengelernt und hatten damals schon viel Kontakt. Als ich dann in die Wohnung in der Paul-Schneider-Straße umgezogen bin, hat unsere Freundschaft in meinen Augen so richtig angefangen. Das könnte man als den “Startpunkt” bezeichnen.

MarianundSeba_Fahrrad.jpg

Auf und auch neben dem Parkett unzertrennlich – Marian Dahlem (l.) und Sebastian Herrera.

G: Durch eure Wohnsituation wart Ihr nicht nur nach Siegen sondern auch nach Niederlagen gemeinsam unterwegs. Wie seid Ihr damit umgegangen?

MD: In den meisten Fällen haben wir viel über das Spiel gesprochen und uns bei ein paar Partien FIFA abgelenkt. In solchen Situationen fand ich es sehr angenehmen, dass man sich gegenseitig auf andere Gedanken bringen konnte und nicht alleine mit der Enttäuschung war.

SH: Ja, das stimmt – wenn wir FIFA gespielt haben, fiel die ganze Anspannung Stück für Stück ab. Manchmal bin ich aber auch zu meiner Freundin gefahren oder er nach Hause zu seinen Eltern. Das war immer unterschiedlich.

“Er gewinnt nicht oft gegen mich”

G: Marian, was nervt dich an Seba am meisten?

MD (lacht): Seine Qualitäten im FIFA-Spielen. Das war oft zu einfach für mich.

G: Seba, kannst Du Marian zustimmen?

SH (schmunzelnd): Ich sehe das ein bisschen anders. Marian denkt, dass er besser FIFA spielt, aber das stimmt nicht. Um ehrlich zu sein, gewinnt er nicht oft gegen mich.

G: Marian, Du bist nach der letzten Saison nach Köln gezogen und hast angefangen an der Deutschen Sporthochschule zu studieren. Hast Du dich gut eingelebt?

MD: Ja, das ging sehr schnell. Die Universität und die Stadt haben es mir da nicht sehr schwer gemacht. Ich muss mich nur wieder an das Lernen gewöhnen (lacht).

G: Seba, wie ist es bei dir? Du wohnst seit Anfang August alleine und nicht mehr in einer WG.

SH: Es fühlt sich schon ein wenig komisch an – aber um ehrlich zu sein, ist es auch nicht schlecht, einfach mal die Tür zumachen zu können und zu wissen: man ist alleine.

“Ich freue mich extrem auf das Spiel”

G: Am morgigen Dienstag geht es für dich zum ersten Mal gegen deinen Ex-Verein, Marian. Wie fühlt sich das an?

MD: Das fühlt sich sehr gut an. Ich freue mich extrem auf das Spiel und vor allem darauf, das Team und den gesamten Staff endlich wieder zu sehen!

G: Seba, hast Du eine bestimmte Strategie, mit der Du in die Partie gegen Marian und die Bayer Giants gehst?

SH (lacht): Nein, das nicht. Die Strategie bestimmt immer noch unser Headcoach, Marco van den Berg. Ich will vor allem Spaß haben und freue mich, endlich wieder für die Gladiators auf dem Parkett zu stehen.

G: Marian, was traust Du den RÖMERSTROM Gladiators in dieser Saison zu?

MD: Ich traue ihnen alles zu! Sie brauchen sich auf keinen Fall vor irgendeinem Team aus der Liga zu verstecken. Dass kritische Meinungen von außerhalb keine Bedeutung haben, hat man ja bereits in der letzten Saison gesehen.

G: Wie weit kann es Leverkusen schaffen, Seba?

SH: Ich schätze, dass sie oben mitspielen werden. Der Kader der Leverkusener bestand schon immer aus guten Spielern – vor allem starke Jungs aus Deutschland waren dabei. Von daher glaube ich, dass sie gute Möglichkeiten haben, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen.

G: Wer wird das Spiel gewinnen?

SH: Ich hoffe, dass wir gewinnen werden. Das Wichtigste ist, dass wir ein gutes Spiel abliefern und uns zum Start ins Trainingslager einen Sieg holen.

MD: Auch wenn sich das sehr komisch für mich anfühlt, hoffe ich, dass Trier dieses Mal nicht als Sieger vom Feld geht. Dennoch sind sie als ProA-Mannschaft favorisiert. Morgen heißt es auf jeden Fall nicht “Seba gegen Marian”, sondern “Trier gegen Leverkusen”.

Interview: Stefan Kölbel