“Weniger Nervosität, mehr Vorfreude” – Lucien Schmikale im Interview

Heute, am Samstag, den 15. Juli 2017 startet für die Deutsche Nationalmannschaft in Heraklion/Kreta die U20 Europameisterschaft (Das erste Gruppenspiel ab 12:45 Uhr Live auf YouTube). Mit von der Partie im deutschen Nationaldress auch unser Neuzugang Lucien Schmikale. Wir sprachen mit dem 20-jährigen Gladiator über die Europameisterschaft, Henrik Rödl und seinen Wechsel nach Trier.

RÖMERSTROM Gladiators Trier: Lucien, Wie geht’s dir bei der Nationalmannschaft?

Lucien Schmikale: Ich fühle mich hier super. Wir haben eine tolle Teamatmosphäre, was daran liegt, dass wir uns untereinander mittlerweile mehrere Jahre kennen und jeder weiß wie der andere tickt. Das Team weiß ganz genau wann Zeit dafür ist zu relaxen und wann der Schalter wieder auf Game-Mode umgelegt werden muss. Das erleichtert das Miteinander sehr.

Du trainierst dort derzeit unter Nationaltrainer Henrik Rödl. Hast du dir bei ihm auch schon Tipps geholt was Trier anbelangt?

(lacht). Tatsächlich habe ich mich mit Henrik über Trier unterhalten. Und wie eigentlich jeder mit dem ich über die Stadt rede, hat er mir erzählt, dass es dort sehr schön sein soll. Tipps direkt hat er mir, soweit ich mich erinnere, nicht gegeben. Er meinte nur, dass es Zeit brauchen könnte, bis ich den Dialekt verstehe.

Du spielst jetzt die U20-Europameisterschaft in Heraklion/Kreta. Wie nervös bist du?

Es ist zwar jetzt schon ein paar Jahre her und ich war wesentlich jünger, aber schon einmal eine EM gespielt zu haben, hilft mir doch. Auch die Vorbereitung hat mir Sicherheit gegeben. Ich weiß was auf mich zukommt und die Nervosität von früher, kann ich jetzt eher als Vorfreude auffassen.

Was ist dein Ziel bei diesem Turnier?

Mein persönliches Ziel ist es bei der EM jede Minute zu nutzen, um dem Team das zu geben, was wir gerade brauchen. Sei es einen Dreier zu werfen, mal einen Fastbreak zu laufen oder einfach nur hart zu verteidigen. Hier kommt es in erster Linie darauf an, dass wir Spiele gewinnen, auch wenn man natürlich selbst seine Leistung abrufen will. Da wären wir auch schon bei unserem Ziel als Team und das lautet ganz einfach jedes Spiel zu gewinnen!

Glaubst du, dass du die Dinge, die jetzt beim Turnier passieren auch für dich als Spieler in der nächsten Saison nutzen kannst?

Ja, auf jeden Fall. Ich werde gegen die besten europäischen Spieler in meinem Alter spielen, von denen viele enormes Potenzial haben. Ich hoffe sogar, Dinge für die Zukunft mitnehmen zu können, die mir dann in Trier helfen werden. Allein das Spielen auf so einem hohen Level sollte einem Selbstbewusstsein geben.

Ab der kommenden Saison bist du offiziell ein Gladiator. Was weißt du denn schon über Trier?

Vor ein paar Jahren war ich auf Klassenfahrt in Trier und kann mich deshalb daran erinnern, dass es auf jeden Fall die älteste Stadt Deutschlands ist und mehrere schöne Überbleibsel aus der Zeit der Römer vorzuweisen hat. Also wie man sieht kenne ich bisher nur das Offensichtlichste und freue mich ein paar Secret Spots kennenzulernen.
Vom Team weiß ich, dass es mit sehr viel Leidenschaft und Einsatz spielt. Ich habe mir mehrere Spiele angeschaut und bemerkt, mit welcher Intensität hier verteidigt und gekämpft wird. Ich denke in dieses System passe ich perfekt und freue mich deshalb umso mehr auf die Jungs.

Wir würdest du dich selbst als Spielertyp beschreiben?

Ich bin jemand der mit viel Wille und Hingabe spielt. Ich liebe es mich hinter Bällen her zu werfen und bin gerne dazu bereitet auch mal die Drecksarbeit auf dem Feld zu übernehmen. Das unterscheidet mich, denke ich, von anderen Spielern. Ich gehe hart zum Rebound und hole deshalb für meine Größe und Position viele Offensiv-Rebounds. Ansonsten würde ich mich offensiv als vielseitig einschätzen, was bedeutet, dass ich nicht der Typ bin der sich zum Beispiel nur auf seinen Drei-Punkte-Wurf verlässt.

Du hast bereits mit unserem Assistant-Coach Christian Held zusammen gearbeitet. War das für dich auch ein Grund für den Wechsel zu den RÖMERSTROM Gladiators?

Klar, das war mit Sicherheit einer der Gründe. Es ist immer leichter, wenn man vertraute Gesichter um sich herum hat. Besonders, da es für mich der erste Vereinswechsel ist.

Worauf bist du denn nach deinem Wechsel am meisten gespannt?

Ich bin sehr auf das Niveau der Pro A gespannt und wie groß der Unterschied zur Pro B ist. Klar konnte ich im Training bei den Profis in der BBL schon merken, wie es da abläuft, aber ich denke im Spiel sieht das nochmal etwas anders aus. Außerdem bin ich sehr gespannt und freue mich sehr auf die Atmosphäre und die Fans in Trier und die Stimmung in den Hallen der Pro A.

Lucien, wir drücken dir alle Daumen die Glück bringen, für dein Abenteuer bei der Europameisterschaft und wir freuen uns, dich zunächst im Nationaldress und später dann in Gladiatoren-Grün zu sehen!

Vielen Dank!

 

Foto: Ulf Duda/fotoduda.de