„Die Rückkehr nach Trier motiviert mich, noch ein wenig besser zu spielen“

Bis vor drei Jahren trugen Sie noch das grüne Home-Jersey der TBB Trier. Nun spielen Stefan Schmidt (links) und Adin Vrabac (rechts) seit kurzem wieder zusammen. Doch nun tragen sie weiß und schwarz – die Farben der Hamburg Towers. Wir sprachen mit den beiden Spielern darüber, wie es ist an die alte Wirkungsstätte zurück zu kehren, über die Zeit der Insolvenz der TBB und darüber wie es ist mit zwei weiteren Ex-Trierern in einem Kader zu stehen. 

Stefan und Adin, am Samstag steht für euch die Rückkehr in die Arena Trier an. Während Stefan das ja bereits kennt, wird Adin zum ersten Mal im fremden Dress nach Trier zurück kehren. Wie ist eure Gefühlslage vor dem Spiel?

Stefan: Als aktiver Spieler der Gastmannschaft bin ich bislang noch nicht in Trier aufgelaufen, da ich verletzt war, als wir dort gespielt haben. Daher wird es ein besonderes Erlebnis, denn die Zeit in Trier war sehr schön und speziell mit vielen Höhen und Tiefen. Ich freue mich auf die Halle, die Fans und die Menschen aus dem Umfeld, zu denen ich nach wie vor regen Kontakt habe.

Adin: Ich freue mich darauf, weil ich sehr gute Erinnerungen an meine Saison in Trier habe. Es ist aufregend, wieder die alte Halle und ein paar bekannte Gesichter zu sehen.

Ihr wart beide Teil des letzten Kaders der TBB Trier. Denkt ihr noch oft an die schwierige Zeit damals zurück? Und gab es auch positives in eurer Zeit in Trier, an das ihr euch gerne erinnert?

Stefan: Ich denke schon ab und an zurück. Es war damals eine sehr schwierige Phase, die allerdings etwas ganz Besonderes an sich hatte. Als Mannschaft sind wir gemeinsam mit Trainer Henrik Rödl unheimlich eng zusammengewachsen. Es hat sich ein toller Teamspirit entwickelt, da es nicht mehr um Geld ging – wir wurden ja am Ende nicht mehr bezahlt –, sondern um die Liebe zum Spiel und darum, Fans und Verein etwas zurück zu geben.

Adin: An diese Zeit denke ich in keiner Weise negativ zurück. Als die Insolvenz bekannt wurde, haben wir, wie Steps schon gesagt hat, als Team zusammengestanden und sogar noch sehr gute Ergebnisse erzielt. Damals war ich erst 20 Jahre alt. So früh in seiner Karriere etwas Derartiges mitzuerleben, ist prägend. Es hat mir geholfen, als Persönlichkeit zu wachsen und hat auch meine Einstellung zum Sport geändert.

Adin, du bist neu bei den Towers, hast in den zurückliegenden sechs Spielen schon gute Leistungen gezeigt. Es wirkt, als hättest du dich in Hamburg schon gut eingelebt…

Adin: Das stimmt, aber komplett zufrieden bin ich noch nicht. Wir haben zuletzt häufig verloren. Allerdings trainieren wir gut und sind optimistisch. Alles, woran ich denke, sind die nächsten Spiele, die wir gewinnen müssen, um die Playoffs noch zu erreichen.

Stefan, mit dir, Adin, Anthony Canty und Justin Raffington stehen in Hamburg vier Spieler unter Vertrag, die bereits in Trier gespielt haben. Glaubst du, dass es für euch von Vorteil ist, dass ihr die Halle, die Atmosphäre und die Stadt besonders gut kennt?

Stefan: Das glaube ich nicht, dafür ist es zu lange her. Wir sind alle professionell genug, die Partie als ein Auswärtsspiel wie jedes andere zu sehen, denn als Gastmannschaft werden wir natürlich auch nicht die Unterstützung des Publikums erfahren.

Adin: Ich denke dagegen schon, dass uns das hilft. Die Rückkehr nach Trier motiviert mich, noch ein wenig besser zu spielen und den Zuschauern zu zeigen, was ich drauf habe.

Freut ihr euch auf das Duell in der altbekannten Umgebung oder ist das für euch ein Spiel wie jedes andere auch?

Stefan: Sowohl als auch. Natürlich freut es mich, gegen einen Klub anzutreten, bei dem ich viele Leute kenne. Andererseits werde ich das Spiel, wie bereits gesagt, möglichst so behandeln wie jedes andere auch. Ich werde weder besonders nervös sein, noch Rücksicht nehmen können.

Adin: Mit Sicherheit. Da ich am Sonntag von Luxemburg aus zur Nationalmannschaft fliege, bleibe ich nach dem Spiel in Trier und treffe ein paar Freunde, die ich von meiner Saison bei der TBB kenne.

Abschließend: Euer Tipp fürs Endergebnis? ;)

Stefan: Das Hinspiel war eng. Nichts anderes erwarte ich im Rückspiel. Allerdings hoffe ich, dass wir diesmal den besseren Ausgang für uns haben. Wenn ihr Zahlen hören wollt: 77:75 für Hamburg. Den Gamewinner übernehme ich auch gerne.

Adin: Wir gewinnen mit 72:68.

Vielen Dank für das Gespräch.