Physiotherapeut für den Nachwuchs: Lukas Oberheim im Interview

Seit Mai 2019 hat der Betreuerstab des Gladiators Trier e.V. in Lukas Oberheim ein neues Mitglied. Der 26-Jährige steht den Mannschaften von Jonas Borschel und Kevin Ney dabei als Physiotherapeut zur Verfügung. Im Interview erzählt Lukas von seinen Aufgaben und seiner Motivation, ausgerechnet in diesem Bereich tätig zu werden.

Hallo Lukas, seit nun knapp drei Monaten bist du offiziell als Physiotherapeut für den Gladiators e.V. angestellt. Erzähl uns doch mal von deinen Aufgaben und Zuständigkeitsbereichen.

Zu meinen Aufgaben gehören vor allem die Behandlung von Verletzungen sowie verletzungsvorbeugende Maßnahmen wie Stretching oder auch das Tapen von Spielern. Nebenbei unterstütze ich die Coaches beim Athletiktraining und helfe den Jungs beim Vor- und Nachbereiten der Spiele. 

Wie zeitintensiv können wir uns deinen Job vorstellen?

Während des regulären Trainingsbetriebes verbringe ich etwa zehn Stunden pro Woche in der Halle.

Und wie sieht deine weitere berufliche Perspektive aus? Hast du vor dich langfristig in Richtung Leistungssport zu orientieren?

Das ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu sagen. Mein Vertrag läuft erstmal zwei Jahre, in der Zeit geht es mir zunächst darum, zusätzliche Erfahrungen im Bereich Jugendleistungssport zu sammeln und weitere Kontakte im Sport bzw. Basketball zu knüpfen.

Seit wann bist du denn als Physiotherapeut aktiv? Und wo hast du deine Ausbildung gemacht?

Meine Ausbildung habe ich von 2013 bis 2016 an den Medischulen in Trier bewältigt. Nach dem erfolgreichen Abschluss habe ich dann im November 2016 angefangen im Zentrum für ambulante Rehabilitation zu arbeiten. Nebenbei absolviere ich zurzeit den Studiengang B. Sc. Physiotherapie – Therapie und Technik an der FH in Trier. Erfahrungen habe ich bislang in der ambulanten Reha aber auch in Krankenhäusern in den Bereichen Kardiologie, Orthopädie und Neurologie gesammelt.

Braucht man nochmal eine speziellere Ausbildung, um als Physiotherapeut im Bereich Sport tätig zu sein?

Zunächst muss man die Grundausbildung zum Physiotherapeuten absolvieren. Im Anschluss folgt dann eine Fortbildung zum Sportphysiotherapeuten, in der man gezielt geschult wird. Meine Fortbildung wurde z.B. vom Physiotherapeuten der A2-Nationalmannschaft geleitet.

Wie kam es letztlich zu deinem Engagement beim Gladiators Trier e.V.?

In den vergangenen fünf Jahren war ich als Jugendtrainer beim Trimmelter SV aktiv. Einige meiner ehemaligen Spieler haben dabei den Sprung in Mannschaften des Gladiators e.V. geschafft und so kam dann auch der Kontakt zu Stande. Basketball in Trier und vor allem auch die Jugendarbeit liegen mir also schon lange am Herzen. Mit meiner neuen Arbeitsstelle hoffe ich einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Sportart in der Region liefern zu können.

Was macht den Job für dich besonders interessant?

Für mich persönlich macht der Sportbezug das Ganze schon sehr interessant. Das ist nochmal was ganz anderes, als die Arbeit im Rehazentrum und Einblicke in ein neues Feld der Physiotherapie sind immer interessant. Zudem lerne ich Basketball nochmal von einer ganz anderen Seite kennen. 

Würdest du den Job als anstrengend bezeichnen?

Auf jeden Fall. Man wird sowohl körperlich, als auch geistig gefordert. Ein gutes Training will gut organisiert sein. Die Auswahl der perfekten Maßnahmen kann dabei auch schon eine Herausforderung sein.

Neben deiner Trainertätigkeit: Hast du sonst Erfahrungen mit dem orangenen Leder sammeln können?

Absolut. Ich bin seit 15 Jahren, also seit der U12 selber beim Trimmelter SV aktiv und seit der vergangenen Saison auch offiziell lizenzierter Schiedsrichter.

Wie würdest du dein Verhältnis zu den Spielern beschreiben?

Für die meisten Spieler war ich ja kein komplett Unbekannter. Viele kannten mich schon als Trainer von Jugendmannschaften und auch umgekehrt konnte ich mit vielen Namen und Gesichtern schon was anfangen, was mir den Einstieg natürlich erleichtert hat. Die Jungs wissen, dass sie mich jederzeit wegen Verletzungen oder ähnlichem ansprechen können. Ich denke da ist auch in der kurzen Zeit schon eine vertrauensvolle Basis entstanden, was auch essentiell ist. Die Arbeit als Physiotherapeut ist immer Teamarbeit und ohne gegenseitiges Vertrauen wird man da schon eingeschränkt.

Welche Verletzungen behandelst du am häufigsten?

Beim Basketball naturgemäß viele Fuß- und Knieverletzungen. Aber auch Kapselverletzungen am Finger kommen oft vor.

Was macht in deinen Augen einen guten Physiotherapeuten aus?

Natürlich sollte ein grundlegendes Interesse an Bewegungsabläufen und -mechanismen vorhanden sein. Ein gewisses Level an Empathie sollte man aber definitiv auch mitbringen. Zudem ist es wichtig, Eigeninitiative zu zeigen, also die aktuellsten Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung zu verfolgen, um neue Erkenntnisse und Ideen für den Behandlungsalltag zu gewinnen.

Auch Axel “Aggy” Mock ist in die Nachwuchsarbeit involviert und sehr engagiert. Wie würdest du dein Verhältnis zu ihm beschreiben? Versteht ihr euch gut?

Auf jeden Fall. Im Rahmen der JBBL-Qualifikation haben wir bereits sehr produktiv zusammengearbeitet. Außerdem stehen wir im Austausch zu zahlreichen Themen wie Taping oder Biomechanik.

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Wir wünschen dir einen guten Saisonstart und viel Erfolg mit der neuen Stelle!