Kollektiv der RÖMERSTROM Gladiators Trier besiegt Science City Jena mit 100:79

Begeisternde Mannschaftsleistung am Mittwochabend in der Arena Trier. Beste Werfer für Trier: Jordan Geist (24 Punkte) und Kyle Dranginis (20). Nächstes Heimspiel bereits am Sonntag gegen die Tigers Tübingen (17 Uhr, Arena Trier).

Rupert Hennen, Jordan Geist, Kyle Dranginis, Stefan Ilzhöfer und Till Gloger – diese Starting Five schickte Headcoach Christian Held für die RÖMERSTROM Gladiators Trier in die Partie gegen Science City Jena in der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Bekannte Gesichter für die Fans der Trierer. Auf Seiten der Gäste aus Jena fehlte hingegen ein bekanntes Gesicht: Headcoach Frank Menz konnte seine Mannschaft aus persönlichen Gründen nicht an die Mosel begleiten. Anstelle des Ex-Bundestrainers betreute das Team von Science City der ähnlich erfahrene Co-Trainer, Steven Clauss (ehemals u.a. Frankfurt, Braunschweig und Dresden).

Matt Vest eröffnete die Partie mit Punkten für Jena, durch einen einfachen Korbleger über die Grundlinie (2:0). Und die ersten Minuten gehörten dann auch den Gästen aus Ostdeutschland: 2:8 stand es nach etwas mehr als zwei Minuten für Science City, herausgespielt durch schnörkellose, konzentrierte Spielzüge. Erste Auszeit Trier. Mit einem 6:0-Lauf kamen die Hausherren aus der Timeout, die ihre Wirkung nicht verfehlt hatte. 10:11 der Spielstand bei noch fünfeinhalb Minuten im ersten Spielabschnitt, nach zwei Freiwurftreffern von Rupert Hennen. Hennen musste allerdings kurz darauf mit zwei persönlichen Fouls auf der Bank Platz nehmen. Für ihn kam Chase Adams, der sein Heim-Debüt feierte. Kevin Smit besorgte nach schönem Anspiel von Jermaine Bucknor per Dreier aus der Ecke die erstmalige Trierer Führung (13:11). Einige Minuten später dann sogar 22:13 für die Gladiatoren, nach zwei aufeinanderfolgenden Schnellangriffen von Jermaine Bucknor. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte Neuzugang Adams viel Energie ins Trierer Spiel gebracht. Auszeit Jena. Für Trier ging es auch nach der Unterbrechung gut weiter, die Zuschauer honorierten dies mit stehenden Ovationen und sahen kurz darauf auch noch einen krachenden Dunking von Jermaine Bucknor. Erneute Auszeit Science City Jena und bereits im ersten Viertel schwappte die LaOla-Welle durch die Arena Trier. Mit einem Spielstand von 29:16 endete für die RÖMERSTROM Gladiators das bis dato vielleicht überzeugendste Auftakt-Viertel der Saison. Ein Trierer Traumstart.

Im zweiten Viertel meldete sich dann auch Jordan Geist zum Scoring-Dienst, mit einem Treffer aus der Mitteldistanz zum 31:16. Im zweiten Abschnitt sahen die lautstarken Fans dann tatsächlich früh eine 20-Punkte-Führung für die RÖMERSTROM Gladiators Trier – Kyle Dranginis versenkte eiskalt den Fastbreak-Dreier zum 41:21. In dieser Phase verzückten die Gladiatoren das Publikum mit schnellem und erfolgreichem Teamplay, gepaart mit wachsamer Verteidigung. Auch Jena traf immer wieder, aber Trier hatte zu jeder Zeit eine Antwort. 52:30 der Spielstand bei noch 2:48 Minuten bis zur Halbzeit. Christian Held rief seine Mannschaft jetzt nochmals zu einem Timeout zusammen. So viele Punkte Vorsprung wie möglich wollten die Hausherren mit in die nahende Halbzeitpause nehmen. Dies gelang insofern ganz gut, als dass zwar nur noch Jena Punkte erzielte, aber deren auch nur drei. Halbzeitstand: 52:33, 19 Punkte-Führung für die RÖMERSTROM Gladiators Trier gegen den Tabellendritten und Aufstiegskandidaten aus Jena. 

Science City Jena kam entsprechend aggressiv aus der Pause und wollte den Rückstand jetzt unbedingt und drastisch reduzieren. Jenas Führungsspieler Brad Loesing hatte bald 10 Punkte, aber auch bereits drei persönliche Fouls angesammelt. Die Gladiatoren hielten im Kollektiv dagegen, etwa Stefan Ilzhöfer mit seinem Treffer zum 56:39. Doch Jena pirschte sich etwas näher heran (56:42, 24. Minute), ein 4:9-Lauf der Gäste zu Beginn von Halbzeit zwei. Christian Held brachte Mitte des Viertels Chase Adams ins Spiel zurück, der ebenso wie sein Konterpart Loesing früh das dritte Foul auf seinem Konto hatte. Die Gladiators konnten in dieser Phase einen Vorsprung von 14 Punkten verteidigen, verloren jedoch an offensiver Struktur und Ruhe. Es waren noch 4:41 Minuten auf der Uhr, als Chase Adams bereits sein viertes Foul begang – und Justin Odell Leon an die Freiwurflinie schickte. Der US-Amerikaner traf zweifach und brachte Science City noch etwas näher heran (62:50). Auszeit Trier. Jermaine Bucknor versenkte daraufhin einen ganz wichtigen Distanzwurf zum 65:51 und die Gladiatoren waren wieder da: Kevin Smit etwa, per Korbleger zum 67:51, nach dem doppelten Offensivrebound von Thomas Grün. Für Jena stemmte sich jetzt insbesondere Julius Wolf dagegen, der seinen persönlichen 5:0-Lauf startete. Sein Teamkollege Alex Herrera brachte die Gäste an der Freiwurflinie dann erstmals seit sehr langer Zeit auf weniger als zehn Punkte heran (67:58, 29. Minute). Das Spiel ging beim Stand von 72:60 in die letzte Viertelpause. 

Würden die Gladiatoren einen ganz wichtigen Sieg ins Ziel bringen können? Thomas Grün tat alles dafür, hatte bereits am Ende des dritten Viertels den Dreier getroffen und schenkte früh mit einem weiteren Distanztreffer nach. Es lief jetzt wieder rund, für die RÖMERSTROM Gladiators Trier. Nach dem Steal von Rupert Hennen legte Jordan Geist unbedrängt zur 79:62-Führung ein. Der US-Amerikaner hatte die Jenenser mit seiner Schnelligkeit zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach vor unlösbare Probleme gestellt und 17 Punkte auf dem Konto (31. Minute). Was folgte war ein erneuter kleiner Lauf von Science Jena, zum 79:69, abgeschlossen von Freiwurf-Treffern von Center Oliver Mackeldanz. Die Gäste aus dem Osten fighteten jetzt entschlossener denn je und machten die Räume für Trierer Angriffsbemühungen sehr eng. Beim Spielstand von 79:71 und noch 4:40 zu spielenden Minuten hatte Christian Held genug gesehen – Timeout! Kevin Smit antwortete mit einem wichtigen Dreier (82:71) auf die fragenden Blicke seines Coaches. Und auch Jordan Geist übernahm weiter Verantwortung, per Korbleger an der Baseline zum 86:73 für Trier. Noch 2:47 Minuten. Spätestens der folgende Dreier von Smit zum 89:73 machte den Anwesenden ganz viel Hoffnung auf den Heimsieg. Und dann Kyle Dranginis, erneut aus der Distanz, zum 92:73, die Vorentscheidung, bei weniger als 1:30 Minuten Restspielzeit. Kyle Dranginis machte dann den „Hunderter“ voll, in dieser Phase fast schon selbstverständlich per Dreier. Die RÖMERSTROM Gladiators Trier besiegen Science City Jena ebenso sensationell wie souverän mit 100:79, nach starkem Beginn und einem ebenso entschlossenen Finish.

Stimmen zum Spiel

Christian Held, Headcoach RÖMERSTROM Gladiators Trier: „Wir haben heute auch die schwierigen Würfe getroffen, das brauchen wir auch, um so eine Mannschaft an so einem Tag zu schlagen. Wir sind nur an diesen Punkt gekommen, weil wir extrem gut und mit viel Energie verteidigt haben. Ich bin stolz auf meine Mannschaft und freue mich auf das nächste Spiel, gegen Tübingen.“

Steven Clauss, Assistant Coach Science City Jena: „Gratulation an Christian, der seine Mannschaft gut eingestellt hat. Das war eine beeindruckende Leistung. Wir haben eigentlich gut gestartet, waren okay und haben dann den Faden vollkommen verloren. Es ist natürlich indiskutabel, in einer Halbzeit 15 Ballverluste zu haben. Im dritten Viertel sind wir gut zurückgekommen, aber die Gladiators haben sehr gut verteidigt und sehr schwere Würfe getroffen. Gratulation an Christian, der eine sehr gut Arbeit mit der Mannschaft macht. Ich denke die Gladiators werden, wie wir, in den Playoffs sein und vielleicht sehen wir uns dort wieder.“

Für Trier spielten: Chase Adams, (2 Punkte), Kyle Dranginis (20), Kevin Smit (12), Jermaine Bucknor (12), Rupert Hennen (4), Lucien Schmikale (3), Kilian Dietz (0), Thomas Grün (8), Stefan Ilzöfer (4), Jordan Geist (24) und Till Gloger (11).

Beste Werfer Science City Jena: Julius Wolf (19 Punkte), Bradley Loesing (16) und Dennis Nawrocki (13)