Exit-Interview Thomas Grün: „Ich habe keine Lust, bis 12 Uhr zu schlafen“

Seit 2016 spielt Thomas Grün (25 Jahre) für die RÖMERSTROM Gladiators. Der 1,96 Meter große Luxemburger kam in der just beendeten Saison 2019/2020 in der BARMER 2. Basketball Bundesliga auf 5,5 Punkte und 2,3 Rebounds pro Partie in durchschnittlich 16:22 Minuten Spielzeit. Im Exit-Interview erzählt Grün von seinen Erkenntnissen in der abgelaufenen Spielzeit, sein verstärktes Engagement im Haushalt und bei welcher Sucht er rückfällig wurde.

RÖMERSTROM Gladiators Trier: Thomas, wo bist Du gerade?

Thomas Grün: Ich bin in Luxemburg, in der Wohnung meiner Freundin und ich mache… nicht viel. Ich versuche die Zeit zu nutzen, um mit meinem Studium (Fernstudium: Sportmanagement) weiterzukommen. Und ansonsten gucke ich Serien und mache Indoor-Sport. 

Was war Deine erste Reaktion als klar war, dass die Saison beendet ist?

Es hat sich ja ein bisschen angeschlichen. Zuerst hieß es, Spiel ohne Zuschauer in Rostock, dann wurde das Spiel abgesagt… Individuell bei mir und auch als Mannschaft fing es gerade an zu Laufen. Die Zahnräder haben langsam ineinandergegriffen. Das Spiel gegen Nürnberg war das beste Spiel des Jahres, alles lief perfekt. Deshalb habe ich mich vor allem geärgert, dass dann so plötzlich Schluss war.

Was war Dein schönster Moment in dieser Saison? Was wirst Du nicht vergessen?

Unsere zwischenzeitliche Siegesserie fand ich ganz angenehm. Das war um Weihnachten herum, wo man ansonsten vielleicht auch sehr gerne mehr Zeit mit der Familie verbracht hätte. Auch für die Amerikaner war es da umso schöner, dass wir diszipliniert waren und unseren Lauf hingelegt haben. Das hat uns in der Tabelle sehr geholfen. In der Phase der Saison hat man gesehen, dass wir eine Einheit sind und zusammenhalten. Das hätte ansonsten auch ganz anders laufen können. Das ist für mich die schönste Erinnerung an die Saison.

Was war der schwierigste Moment in dieser Saison?

Was mich persönlich sehr betroffen hat ist definitiv das vorzeitige Saisonende durch Corona. 

Wie beurteilst Du Deine eigene Leistung in dieser Saison?

Ich hatte teilweise sehr gute Spiele. Was mich am meisten gestört hat, war dass ich ein bisschen unkonstant war. Nach der kurzen Länderspielpause mit Luxemburg habe ich mich danach aber wieder sehr gut in Trier zurechtgefunden. Durch die andere Rolle in der Nationalmannschaft habe ich dann da wieder einen guten Rhythmus gehabt. Ich muss in Zukunft konstanter, mit mehr Selbstvertrauen spielen und von Anfang an Vollgas geben.

Was hast Du in dieser Saison gelernt?

Ich habe gelernt mich auf Sachen zu konzentrieren, die man auch kontrollieren kann. Wir haben zwei sehr bittere Niederlagen hinnehmen müssen. Gegen Karlsruhe und in Jena haben wir zu Unrecht verloren. Aber wir haben gut darauf reagiert! Das sind Situationen, die man nicht kontrollieren kann. Aber wir haben es hinbekommen, unseren Fokus so zu lenken, dass wir das Beste daraus ziehen. Das habe ich dazugelernt.

Wie sehen Deine Tage aktuell aus, mit den ganzen Einschränkungen durch das Virus?

Ich stehe morgens mit dem Wecker auf, immer um 9 Uhr. Ich habe keine Lust, bis 12 Uhr zu schlafen. Ich fange meistens mit etwas Lernen an und kümmere mich dann um den Haushalt: Spülen, aufräumen… das ist deutlich regelmäßiger geworden (lacht). Dann lerne ich meistens wieder, mache etwas Sport. Den Rest des Tages zocke ich ein bisschen oder gucke mir Serien an.

Was empfiehlst Du unseren Fans, um sinnvoll Zeit totzuschlagen?

Lesen tue ich wenig, da ich da mit meinen Skripten genug zu tun habe. Serien habe ich viel geschaut, in letzter Zeit… „Top Boy“ ist sehr gut, die dritte Staffel von „Elite“ finde ich persönlich nicht so gut. Was Filme angeht ist es eine wunderbare Zeit, Klassiker auszupacken, die man seit zehn Jahren nicht gesehen hat. Bei mir war das beispielsweise bei „Coach Carter“ der Fall, den habe ich gestern nochmal gesehen. Auch FaceTime nutze ich sehr, sehr viel, da man sich ja nicht treffen kann. Ich verbringe bestimmt anderthalb Stunden pro Tag mit FaceTime, mit unterschiedlichen Kumpels. Ich habe früher viel „League of Legends“ gespielt und da gibt es jetzt einen neuen Spielmodus… da bin ich ein bisschen rückfällig geworden (lacht).

Wie hältst Du Dich trotz der ganzen Beschränkungen einigermaßen fit?

Wir dürfen in Luxemburg noch alleine in die Natur. Ich gehe laufen und mache Kraftübungen mit dem eigenen Körper daheim. Push Ups, Squats, Planks, solche Sachen.

Welches Lied gehört auf eine Motivations-Playlist?

Ich habe ein cooles neues Lied gefunden, das ich die ganze Zeit höre! Ich muss kurz nachgucken, wie es heißt. „Thank god“ von Rilés. 

Was ist Deine Botschaft an alle Fans da draußen? 

Bestimmt möchte jeder auch in den nächsten Jahren weiter Spitzenbasketball in der Arena sehen. Gänsehaut-Stimmung, entscheidende Würfe, Nervenkitzel. Und auch den normalen Alltag wollen wir nach der Krise zurückhaben und wieder erleben. Dazu gehören für mich – und sicherlich auch für unsere Fans – definitiv auch Heimspiele. Da schließt sich dann der Kreis zu StandAsOne30. Das ist das, was ich mir nach dieser schwierigen Zeit wieder wünsche.Alle Informationen zu StandAsOne30 findet Ihr unter https://römerstrom-gladiators.de/standasone30/ bei Facebook und Instagram. Bleibt gesund.