Exit-Interview Lucien Schmikale: „Hoffentlich sehen wir uns bald in der Arena wieder“

Lucien Schmikale ist seit 2017 Teil der RÖMERSTROM Gladiators. Im Exit-Interview spricht der 22-jährige Scharfschütze (3,9 Punkte in 12:33 Minuten pro Spiel) über das Lernen mit seiner Freundin, seine Eins-gegen-Eins-Defense und was er tut um anderen Menschen in dieser Zeit zu helfen.

RÖMERSTOM Gladiators Trier: Lucien wo bist Du und wie geht es Dir aktuell?

Lucien Schmikale: Ich bin in meiner Wohnung in Trier. Meine Freundin ist bei mir und uns geht es gut. Ab und zu kommt ein bisschen Langeweile auf, aber es ist erträglich (lacht).

Was war Deine erste Reaktion, als klar war, dass die Saison beendet ist?

Im ersten Moment war ich schon etwas enttäuscht, dass wir die Saison nicht regulär beenden können. Man hat es vorher schon im Kopf gehabt, dass die Saison plötzlich endet, aber als es dann offiziell wurde fühlte es sich schon etwas seltsam an. 

Was war Dein schönster Moment in dieser Saison? Was wirst Du nicht vergessen?

Der schönste Moment für mich war nach dem Heimspiel gegen Heidelberg. Wir hatten in der Overtime, verloren aber schon in der Kabine nach dem Spiel sehr viel und gut über das gesprochen, was in dem Spiel nicht funktioniert hat. Danach haben wir dann im Training nochmal etwas draufgepackt und als Team noch enger zusammen gefunden.

Was war der schwierigste Moment in dieser Saison?

Schwierig waren sicherlich die zwei, drei Spiele, in denen ich fast gar nicht gespielt habe. Es ist als Spieler nie leicht mit solchen Situationen umzugehen aber ich habe versucht im Training alles zu geben um wieder mehr auf dem Feld zu stehen.

Wie beurteilst Du Deine eigene Leistung in dieser Saison?

Am Anfang der Saison habe ich gute Quoten geworfen, damit war ich zufrieden. Zum Ende der Saison fiel mir das etwas schwerer, da hat einfach ein bisschen der Rhythmus und die Spielpraxis gefehlt. Leider habe ich jetzt erstmal keine Möglichkeit mehr daran zu arbeiten (lacht).

Was hast Du in dieser Saison gelernt/verbessert?

Ich habe viel an meiner Eins-gegen-Eins Verteidigung gearbeitet. Vor allem das Spielverständnis ist hier extrem wichtig, man muss lernen seinen Gegner lesen zu können um schnell und präzise reagieren zu können. In der Offense habe ich einige Fakes und Pull-Up-Dribblings trainiert, um mir selbst mehr Platz beim Dreier verschaffen zu können. 

Wie sehen Deine Tage aktuell aus, mit den ganzen Einschränkungen durch das Virus?

Aktuell helfe ich meiner Freundin häufig bei ihrer Vorbereitung auf die Uni-Klausuren. Sie studiert wie ich an einer Fernuniversität und da ich mit meinen Klausuren schon fertig bin, habe ich die Zeit ihr beim Lernen zu helfen. Wir haben auch einen Zettel im Gebäude aufgehängt und älteren oder hilfsbedürftigen Menschen angeboten, für sie einkaufen zu gehen. Wir sind der Meinung, dass man in einer Situation wie sie aktuell herrscht, zusammenstehen muss. Bis jetzt hat sich zwar erst eine Person gemeldet, aber das Angebot steht natürlich trotzdem (lacht). Putzen und Dinge, die man sonst eher weniger gerne macht, gehen wir aktuell auch an und abends schauen wir dann meistens etwas auf Netflix.

Was empfiehlst Du unseren Fans, um sinnvoll Zeit totzuschlagen?

Am besten mit dem Partner oder Familienmitgliedern einfach mal eine kleine Runde spazieren oder laufen gehen, zu zweit ist es ja noch möglich. Es ist wichtig denke ich, dass man nicht die ganze Zeit zuhause rumhängt und irgendwann einen Lagerkoller bekommt. Man erspart sich dadurch viel Stress, wenn man für einen gewissen Ausgleich sorgt. 

Wie hältst Du Dich trotz der ganzen Beschränkungen einigermaßen fit?

Ich gehe mit meiner Freundin jeden zweiten Tag laufen. Da sie in einem Fitness-Studio gearbeitet hat, kennt sie viele gute Workouts im Internet, die man problemlos zuhause machen kann. Vieles davon beinhaltet Balancing, Körperkontrolle und Eigengewichtsübungen. 

Welches Lied gehört auf Deine Motivations-Playlist?

Schwierige Frage (lacht). Als erstes fällt mir Remember the Name von Fort Minor ein, das ist gut. 

Was ist Deine Botschaft an die Fans da draußen?

Zuerst hoffe ich natürlich, dass alle gesund sind. Ein großes Dankeschön an alle, die noch arbeiten müssen und damit das alltägliche Leben am Laufen halten. Auch wenn in dieser Zeit vieles wichtiger ist als Basketball hoffe ich, dass sich viele Fans an der StandAsOne30-Aktion beteiligen. Jeder Teilnehmer zählt und ich hoffe, dass es uns gemeinsam gelingt, den Trierer Basketball zu retten, und das wir uns bald in der Arena Trier wiedersehen.